Pilze – zu Unrecht ein schlechtes Image?

Pilz, der aus einem Baum heraus wächst
Fomes fomentarius Bulau, Foto: Meike Piepenbring

Pilze sind weder Tiere noch Pflanzen, sondern … Pilze! Wusstest du schon? Weißt du auch warum? Sie bilden ein eigenes Reich mit über drei Millionen Arten – die meisten sind noch gar nicht entdeckt.

Penicillin – ein Schimmelpilz

Wusstest du, dass das erste Antibiotikum, das Penicillin, von Alexander Fleming 1928 durch Zufall entdeckt wurde? Ein Schimmelpilz hatte sich in seiner Petri-Schale gebildet, der einen Bakterienstamm abgetötet hatte. Eine tolle Wirkung! Fleming nennt den Wirkstoff des Pilzes: Penicillin. Möglicherweise gibt es noch viel mehr heilende Pilze – sie könnten im Kampf gegen resistente Keime nützlich sein. Aber dafür ist noch viel Forschung nötig.

Pilze – ein riesiges Reich

Prof. Meike Piepenbring mit einem Fomes fomentarius Bulau, den sie selbst entdeckt hat

Es gibt vermutlich mehr als drei Millionen verschiedene Pilzarten, wovon etwa 140.000 bekannt sind. Pilzforscherin Meike Piepenbring hat in Südamerika gleich drei Arten neu entdeckt, die nach ihr benannt sind. Darunter auch einen Pilz, der Psilocybin enthält. Das ist ein Wirkstoff, der eine halluzinogene Wirkung hat. Eingesetzt werden Psilocybin-haltige Pilze als Droge – aber auch zur Behandlung von Depressionen in der Medizin. Aber Vorsicht – bitte keine Selbstexperimente! Das kann gefährlich werden.

Pilze als „Zombies“

Mehr zur Wunderwelt der Pilze erfahren „Die Wissenschaftsreporter“ von der Mycologin Prof. Meike Piepenbring von der Goethe-Universität Frankfurt in der Folge “Pilze – zu Unrecht ein schlechtes Image?”

Der “Ameisenpilz” wächst aus dem erkrankten Tier heraus

Spannend ist auch, dass es einen Pilz gibt, der das Verhalten von Tieren verändert, um sie für sich zu manipulieren. Dieser sogenannte “Ameisenpilz” oder auch “Cordyceps Iloydii Camponotus” wächst zunächst im befallenen Tier und frisst es wie ein Zombie von innen auf. In dieser Zeit verhält sich das erkrankte Tier so, wie der Pilz es will. Ziel des Pilzes ist es, dass das befallene Tier an einer exponierten Stelle stirbt. Dazu krabbelt das kranke Tier an eine geeignete Stelle, beißt sich fest und stirbt. Jetzt kann der Pilz aus dem Tier herauswachsen und seine Sporen optimal vom Wind verbreiten lassen.

Vielfältige Anwendungen

Die Speisepilzen, welche sich in der Küche verwenden lassen, kennt jeder. Aber mit Pilzen wird auch als Baumaterial experimentiert! Sie wachsen optimal ineinander und lassen sich so als Dämmmaterial verwenden. Auch Pilzziegel gibt es. Dazu wird das Myzel aus dem Pilz isoliert, auf ein Substrat aufgebracht und anschließend in Formen gegeben. Auch als biologisch abbaubarer Kunststoffersatz können Pilze verwendet werden. Sie wachsen – ökologisch wertvoll – auf Abfallstoffen. Das Problem: die Aufzucht dieser Pilze ist aufwändig und teuer. Also eher nicht ein Massenbaustoff für die Zukunft.

Was Pilze noch alles können, wie es ihnen im Weltall geht und wie man einen Pilz überhaupt als solchen erkennen kann, erfahrt ihr in unsere neue Folge “Pilze – zu Unrecht ein schlechtes Image?”.

Unser Podcast: „Pilze – zu Unrecht ein schlechtes Image“

Shownotes:

https://www.spektrum.de/news/psilocybingestuetzte-psychotherapie-zauberpilze-im-selbstversuch/1939219 https://www.spektrum.de/lexikon/arzneipflanzen-drogen/psilocybe-arten/11574 https://studyflix.de/biologie/pilze-3417 https://www.aerzteblatt.de/archiv/52563. https://www.geo.de/wissen/weltgeschichte/antibiotika-wie-alexander-fleming-durch-eine-schlamperei-das-30176284.htm

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