Raketen aus dem Heimlabor – Rückt der Mond immer näher?

Einmal zum Mond und zurück für jedermann? Noch gilt Raumfahrt als teuer und ziemlich umweltschädlich. Aber könnte sich das in Zukunft ändern? Die Wissenschaftsreporter gehen der Frage nach, ob es künftig mehr Möglichkeiten geben wird, zum Mond – oder sogar noch weiter – zu fliegen. Für wissenschaftliche, kommerzielle oder gar touristische Zwecke. Dies diskutieren sie mit Chiara Manfletti, Professorin für Raumfahrtantriebe und Mobilität an der TU München.

Nachhaltigkeit im All – „ökologische Raumfahrt“?

Momentan verbraucht eine Rakete 12 Tonnen Treibstoff pro Sekunde. Ein Raketenstart gilt daher nicht wirklich als nachhaltig und für die Umwelt sehr schädlich. Doch man muss Raumfahrt in „Relation mit den Ergebnissen sehen“, so Prof. Chiara Manfletti. Gerade Satelliten, die von Raketen in den Weltraum befördert werden, helfen dabei, Daten für Umweltprognosen zu erheben. Aber nicht nur aus der Klimaforschung sind Satelliten nicht mehr wegzudenken. GPS oder die Wettervorhersagen sind ohne Satelliten unmöglich – ihr Transport aber gilt aktuell als Hauptzweck von Raumfahrt.

Professorin Chiara Manfletti arbeitet am Lehrstuhl für Raumfahrtantriebe und Mobilität der TU München. Außerdem ist sie Gründerin des Start-Ups Neuraspace und hat die nationale portugiesische Raumfahrtagentur mitaufgebaut. Ihr Ziel ist es, dass mehr Menschen Zugang zum Weltall bekommen. Ihr Start-Up Neuraspace entwickelt Softwares und Codes um zu verhindern, dass funktionierende Satelliten im Weltall mit dem dort vorhandenen Schrott kollidieren und somit noch mehr Schrott verursachen.

Die Suche nach umweltfreundlicheren Treibstoffen

Bei einem Raketenstart werden mehrere Tonnen Treibstoff verbraucht – verwendet wird häufig umweltschädliches Kerosin, aber auch Hydrazin oder Metaflox. Aber es gibt immer mehr Unternehmen und sogar auch studentische Gruppen, die sich mit der Suche nach nachhaltigem Treibstoff für Raketen beschäftigen. Studentengruppen wie das Team Hybrid Engine Development aus Stuttgart forschen zum Beispiel an Nylontreibstoffen oder auch an Wasserstoff als umweltfreundliche Alternative. Wichtige Faktoren, die man beachten muss, sind der Preis, die Explosions-Gefahr des Treibstoffes und die Dichte. Denn je höher die Dichte, desto größer müssen der Tank und die Lagerfähigkeit sein. Dies alles muss beachtet werden, bevor ein neuer Treibstoff eingesetzt werden kann.

Ackerbau auf dem Mond?

Um irgendwann Leben auf dem Mond zu ermöglichen, braucht es eine zuverlässige Versorgung mit allen grundlegenden Substanzen. Es wurde in diesem Zusammenhang versucht, Pflanzen auf dem Mond zu ziehen. Bei diesen Experimenten hat man festgestellt, dass die Pflanzen Anzeichen von Stress wie vergilbte Blätter zeigten. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass das Substrat den Strömen von geladenen Teilchen ungeschützt ausgesetzt ist. Grundsätzlich denkbar wäre es, Technologien zu entwickeln, um Pflanzen auf dem Mond zu züchten. In der Diskussion ist die Frage, ob künftige Generationen einmal den Mond besiedeln werden, um dort zu leben. Möglich wäre das aber nur, wenn es dort genügend Wasser, Sauerstoff und Nahrungsmittel geben wird.

Artemis-Mission – Leben auf dem Mond möglich?

Die Artemis-Mission der NASA besteht aus drei Teilen mit drei Raumsonden. Die unbemannte Artemis 1 ist bereits gestartet. Artemis 2 und 3 sollen jeweils bemannt sein. Artemis 2 wird einen Kreis um den Mond ziehen und wieder zur Erde zurückkehren. Artemis 3 hingegen soll schließlich als bemannte Sonde auf dem Mond landen und dort Informationen sammeln. Das Ziel der Artemis-Mission ist es, künftig einen Stützpunkt – eine Art Umsteigebahnhof – zu errichten für eine spätere Mars-Mission.

Ob man wirklich einmal auf dem Mond leben wird, das ist Zukunftsmusik. Doch Wissenschaftler arbeiten daran, dies möglich zu machen, indem sie Treibstoffe grüner, die Technologie preisgünstiger und Rohstoffe auf dem Mond, z.B. Pflanzen die dort angebaut werden – verfügbar machen.

Ob der Mond künftig zugänglicher sein wird für die Menschen, damit beschäftigen sich „Die Wissenschaftsreporter“ in ihrer neuen Podcast-Folge mit der Raumfahrt-Professorin Chiara Manfletti von der TU-München.


Shownotes:

  • Zu Chiara Manfletti: https://www.professoren.tum.de/manfletti-chiara
  • Forschung zu alternativen Raketen-Treibstoffen: https://www.dlr.de/ra/desktopdefault.aspx/tabid-4058/6636_read-48045/; https://deltaorbit.com/; https://www.chemie.de/news/1160516/raketentreibstoff-der-sauberer-sicherer-und-trotzdem-voller-energie-ist.html
  • Die Artemis-Missionen der NASA: https://www.nasa.gov/mission/artemis-i/
  • Gibt es Ackerbau auf dem Mond? https://www.geo.de/wissen/weltall/ackerbau-auf-dem-mond–erstmals-pflanzen-auf–monderde–kultiviert-31864864.html

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