Gibt es Leben auf anderen Planeten?

Sternentstehungsgebiet in der kleinen Magellan’schen Wolke
Sternentstehungsgebiet in der kleinen Magellan’schen Wolke

Viele Menschen fragen sich, ob die Erde der einzige Planet ist, auf dem es Leben gibt. Oder ob noch weitere belebte Planeten in unserem Universum existieren. So auch Leonie, die uns auf dieses spannende Thema gebracht hat. In unserer Redaktionskonferenz fanden wir dann allerdings heraus, dass das Thema viel komplizierter ist, als wir dachten. Um uns unserer Ausgangsfrage besser beantworten zu können merkten wir schnell, dass wir uns erst mit zwei weiteren wichtigen Fragen näher beschäftigen müssen:

  • Was ist eigentlich Leben?
  • Wie lässt sich überhaupt herausfinden, ob es auf anderen Planeten Leben gibt oder (zumindest theoretisch) geben kann?

Was ist Leben?

Um diese Frage zu beantworten fanden wir es wichtig zu klären, dass der Mensch den Begriff „Leben“ nur aus einer sehr begrenzten Sichtweise auf die Lebewesen der Erde definiert. Oder anders gesagt: Leben ist nur das, was wir aus der Sicht von uns Menschen und unserem Leben auf unserem Planeten kennen. Um unseren Horizont zu erweitern, müssten wir aber erst einmal anderes, außerirdisches Leben finden und untersuchen.

 Aus diesen Erkenntnissen heraus hat die Wissenschaft dennoch mehrere Ansätze für die Definition von Leben entwickelt Zwei davon werden besonders häufig herangezogen:

1.    Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den Lebensformen, beispielsweise die Molekülstruktur einer Zelle oder den Energiehaushalt eines Lebewesens?

2.    Gibt es eine Form der Weiterentwicklung durch Fortpflanzung und somit Vererbung und reagiert eine Lebensform auf verschiedene Umweltaspekte in Form einer gewissen evolutionären Anpassung, etwa durch die Auslese kranker und schwacher Tiere?

Prof. Andreas Burkert, LMU

Diese Leitfragen können die Grundlage auf der Suche nach extraterrestrischem Leben bieten, sagt Andreas Burkert, unser Experte für unsere aktuelle Folge. Er ist Professor für theoretische und numerische Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Zudem arbeitet er im Bereich der extraterrestrischen Physik für das Max-Planck-Institut.

Als Einstieg in unser Thema erklärt er uns, dass Wissenschaftler annehmen, dass im Universum unendlich viele Sterne und Planeten existieren. Es ist deshalb nicht völlig unwahrscheinlich, dass somit mindestens ein weiterer Stern oder Planet existiert, auf dem Leben in unserem Sinne vorhanden ist. 

„Ich glaube fest daran, obwohl wir es noch nicht nachweisen können.“

Prof. Andreas Burkert, Astrophysiker LMU

Spurensuche

Ein Ansatz der Wissenschaft ist es, den  im All vorhandene Sternenstaub zu analysieren. Die Arbeitsgruppe Astrobiologie am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beispielsweise analysiert etwa am Beispiel Mars, ob und wie Mikroorganismen in extremen Umwelten überleben können, wie Mira von den Wissenschaftsreportern für ihren Beitrag recherchiert hat. Dazu setzten die Forscher um Petra Rittberg resistente Mikroorganismen aus sauerstoffarmen Seen der Erde den Umweltbedingungen auf dem Mars aus. Sehr resistente Mikroorganismen werden im Laufe des Jahres 2022 auf der ISS weiteren Test unterzogen. Sollten sich die Mikroorganismen dort vermehren, werden Proben verschiedener Tiefenschichten des Marsbodens entnommen und weiter untersucht.

Burkert berichtet uns außerdem von der grundlegenden Annahme der Forschung, dass  das uns bekannte Leben nur auf Wasserbasis existieren kann – zumindest gehen wir Menschen davon aus, da auf unserem Planeten Wasser die Grundlage allen Lebens ist. Ob das auf anderen, weit entfernten Planeten ebenfalls der Fall ist, müssen wir also noch herausfinden. Ein Problem der Erforschung weiterer Planeten besteht allerdings darin, dass die Entfernungen zu diesen Planeten viel zu groß sind. Der uns nächste Stern Alpha Centauri beispielsweise besitzt zwar einen Planeten in der habitablen, also bewohnbaren Zone, jedoch liegt er vier Lichtjahre von der Erde entfernt.

„Mit der schnellsten Sonde die je gebaut wurde, der Pioniersonde, bräuchte man circa 70.000 Jahre, um Alpha Centauri zu erreichen.“

Andreas Burkert

Doch die Erforschung des Universums bleibt weiter eine spannende und wichtige Aufgabe. Denn die Forschung erhofft sich, neben der von uns gestellten Frage, nach Leben auf anderen Planeten, hier Antworten auf ganz existenzielle Fragen wie:

  • Wo kommen wir her und wo gehen wir hin?
  • Sind wir alleine im Universum?

Denn diese Fragen helfen uns dabei, unser Weltbild und unser Selbstverständnis weiter zu formen somit die wichtigste aller Frage zu klären:

Welchen Sinn hat das Leben?

Ein Sinn könnte etwa alleine darin liegen, nach anderem Leben, anderen Lebensformen in den Weiten des Universums zu suchen – auch wenn der Weg dorthin noch sehr lange ist. Letztendlich geht es darum, mehr über uns selbst zu erfahren.

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